REINHARD LÄMMEL

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Carne – vale, Fleisch ade, die Fastenzeit ist da

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30.03.2003
Carne – vale, Fleisch ade, die Fastenzeit ist da

„Nein, ich kann in der ganzen Welt nichts Angenehmeres mir denken, als sich Fröhlichkeit des ganzen Volkes bemächtigt und in den Häusern die Gäste dem Sänger horchen, indem vor ihnen voll die Tische gedeckt sind mit Gebackenem und Fleisch und der Schenk den Wein aus der Kumpe schöpft und ringsherum in vollen Bechern verteilt, das nennet mein Herz die höchste Wonne des Lebens“.
Was sich anhört wie die gestelzte Rede eines Karnevalsprinzen stammt von Homer, steht in der Odyssee und wurde geschrieben 2000 Jahre bevor der Karneval, oder die Fastnacht, wie es damals noch weithin genannt wurde, zum ersten Mal in Köln des Jahres 1234 als Volksbelustigung erwähnt und verbürgt ist. Zwischen antiker und moderner Auffassung von Jubel – Trubel – Heiterkeit besteht also kaum ein Unterschied. Ursprünglich war die Fastnacht der Vorabend und die Nacht zum Aschermittwoch, dem Beginn eines 40 tägigen Fastens vor Ostern. Ein Brauch, der seit Anfang des 7. Jahrhunderts in der abendländischen Kirche Usus wurde. Seine Wurzeln reichen zurück bis zu den Frühlingsfesten vorchristlicher Zeiten, zu den germanischen Julfesten, den römischen Saturnalien (am 17.12.) und Lupercalien (am 15.2.). Ziel und Zweck dieser meist lautstarken Festivitäten war es, den Winter nebst allen bösen Geistern zu vertreiben. Dies wiederum glaubte man am ehesten zu erreichen mit viel Lärm, drohenden Masken und fratzenhafter Vermummung. Nun galt es nur noch, den Frühling günstig zu stimmen, sich demütig, opferbereit und würdig vorzustellen und die Sache war gelaufen. Das Fasten zu Ehren einer Gottheit, der totale oder teilweise Verzicht auf Nahrung galt schon immer als vorzügliches Mittel zur Akzeleration göttlichen Wohlwollens. Es klappte zudem immer, der nächste Frühling kam bestimmt.

Fasten ist historisch populär

Bewusstes zielgerichtetes und zumeist religiöses Fasten ohne äußere Not ist älter als das Christentum. Fasten ist als physiologische Möglichkeit zum Überleben bei Nahrungsmangel aber auch zur Regeneration allen Lebewesen naturgemäß einprogrammiert. Ein Hauptproblem für Diätwillige, weil der Körper in jedem Fall substanzerhaltend gegenreagiert. Als der Homo noch nicht so sapiens war, fastete er instinktiv wie die Tiere, beispielsweise bei Krankheiten, psychischen Belastungen, vor Geburten und vor dem Tod. Mit fortschreitender Zivilisation wurde dieses Regularium fast vollständig gelöscht. Der Mensch wurde .....

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R.L.

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